Beginne breit
Beginne beim Beschreiben mit einer groben Richtung: fruchtig, nussig, schokoladig, würzig oder röstig. Verfeinere erst danach, etwa von fruchtig zu Apfel oder Trockenfrucht. Beides sind sinnvolle Assoziationen, wenn sie zu deinem Eindruck passen. Du musst kein Wort auf der Packung erraten. Eine gute Notiz macht deine eigene Wahrnehmung verständlich und später vergleichbar.
World Coffee Research hat ein sensorisches Lexikon entwickelt, das Merkmale und Referenzen für professionelle Vergleiche beschreibt. Für zu Hause ist vor allem die gemeinsame Sprache hilfreich. Das Lexikon ist kein Beweis dafür, dass jede Person in jeder Tasse dieselben Begriffe finden muss.
Aroma ist nicht automatisch eine Zutat
Wenn auf einer Packung Schokolade oder Beere steht, beschreibt das bei nicht aromatisiertem Kaffee normalerweise einen sensorischen Eindruck. Daraus folgt nicht, dass Schokolade oder Beeren zugesetzt wurden. Bei tatsächlich aromatisierten Produkten ist die Zutateninformation entscheidend.
Die Beschreibung einer Rösterei kann zudem unter anderen Brühbedingungen entstanden sein. Dein Wasser, Rezept und deine Wahrnehmung beeinflussen das Ergebnis. Wenn du einen genannten Eindruck nicht findest, hast du nicht automatisch falsch gebrüht.
Eine kleine Verkostungsrunde
- Rieche an den Bohnen und anschließend am frisch gemahlenen Kaffee. Notiere jeweils ein oder zwei Assoziationen.
- Brühe nach einem festgehaltenen Rezept und rieche vorsichtig am Getränk, ohne dich am Dampf zu verbrühen.
- Probiere bei angenehmer Temperatur. Beschreibe Intensität, Aroma und Mundgefühl getrennt.
- Wiederhole nach etwas Abkühlung. Schau erst danach auf die Packungsbeschreibung, wenn du möglichst unbeeinflusst vergleichen möchtest.
Nutze vertraute Referenzen
Du erkennst leichter, was du aus dem Alltag kennst. Der Duft einer frisch aufgeschnittenen Zitrusfrucht, einer Nuss oder von Kakao kann dein Erinnerungsarchiv erweitern. Du musst diese Dinge nicht in den Kaffee geben. Es geht darum, Begriffe mit echten Eindrücken zu verbinden.
Verwende für Vergleiche sichere gewöhnliche Lebensmittel, keine Chemikalien oder konzentrierten Aromastoffe. Professionelle sensorische Referenzarbeit ist etwas anderes als ein spontanes Heimexperiment.
Gemeinsam probieren
Wenn zwei Menschen unterschiedliche Wörter nennen, kann beides plausibel sein. Vielleicht beschreibt eine Person die Fruchtrichtung und die andere den Nachgeschmack. Fragt zuerst, an welcher Stelle der Tasse der Eindruck auftaucht. Das Gespräch wird dadurch konkreter und weniger zum Wettbewerb.
Was du aufschreiben kannst
Eine einfache Notiz hat vier Teile: Aroma, Intensität, Mundgefühl und persönliches Gefallen. Zum Beispiel: erinnert an Kakao, mittelkräftig, weich, würde ich wieder trinken. Dieses Format hilft später beim Bohnenkauf viel mehr als eine endlose Liste seltener Früchte.
Geschmack darf sich entwickeln
Mit Wiederholung bemerkst du Unterschiede leichter. Du musst aber nicht jede Tasse analysieren. Manchmal ist die wichtigste Beschreibung: genau richtig für diesen Moment. Die Akademie soll dir Möglichkeiten geben, nicht deinen entspannten Kaffee in Hausaufgaben verwandeln.

